Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, heißt es in der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill. In dem Stück zeichnet Brecht das Bild einer Gesellschaft, in der es keinen Zusammenhalt gibt und jeder nur an sich denkt. Es geht um Verrat, nicht vorhandene Loyalität und den Kampf um die nackte Existenz. Nun brauchen PR-Schaffende glücklicherweise nicht ums Überleben zu kämpfen. Dennoch müssen ethisch-moralische Werte in der Branche immer wieder neu erstritten, bewusst gemacht und verteidigt werden. Deshalb wollen wir uns in dieser Ausgabe dem Thema Moral widmen. Viele junge Akteure in der Kommunikation wissen beispielsweise gar nicht, dass Koppelgeschäfte ethische Grundsätze verletzen, schreibt der Leiter der Deutschen Presseakademie, Christian Arns.
Sicher, es ist nicht immer einfach, die Balance zu halten zwischen Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber und dem eigenen Gewissen. Mit diesem Thema setzt sich pressesprecher-Redakteurin Judith Schuldreich im Titel-Essay auseinander. Bei aller Moral, wir sind Menschen und: „Man schafft es nicht, immer ethisch korrekt zu handeln, weil man es nicht schafft, heilig zu sein“, so Rainer Erlinger, Autor der „Gewissensfrage“, einer Kolumne des SZ-Magazins. Das Interview können Sie in der aktuellen Ausgabe des pressesprecher lesen.
[ Wann bringen Sie Angela Merkel das Twittern bei, Herr Altmaier? ]
Einstelldatum: 18. Dezember 2012
politik&kommunikation 8/12
Am 19. November 2012 hat das Magazin politik&kommunikation zum zehnten Mal die Gewinner des Politikawards gekürt. In der aktuellen Ausgabe fragt p&k den Politiker des Jahres, Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), wann er Angela Merkel das Twittern beibringt und warum er nicht in ähnlicher Weise auf Facebook aktiv ist.
Vom Vordenker der Ostpolitik und Lebenswerk-Preisträger, Egon Bahr (SPD), wollte p&k wissen, was er von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hält und wie er als Diplomat an die Einigung Europas herangehen würde.
Das Porträt über die Nachwuchspolitikerin des Jahres, Katrin Albsteiger (CSU), zeichnet das Bild einer jungen Powerfrau, der es gelungen ist, sich als erste weibliche Vorsitzende der männerdominierten Jungen Union Bayern Respekt zu verschaffen, die aber auch Selbstzweifel kennt und nicht gern im Mittelpunkt steht.
Außerdem stellt p&k die fünf prämierten Kampagnen politischer Kommunikation vor, darunter die Aktion „Das trojanische T-Shirt“ der Initiative „EXIT“, die mit Hilfe der alten Griechen Aussteigewillige aus der rechten Szene holte.
Das Titelthema der aktuellen pressesprecher-Ausgabe ist Geld. Reden über Geld ist kein Tabu mehr, meint die ARD-Börsen-Expertin Anja Kohl im Interview mit dem pressesprecher. Das Tabu sei, es zu haben. Kohl moderiert die Sendung „Börse im Ersten“ und spricht daher fast täglich über Geld. Was passiert, wenn selbiges knapp wird, lässt sich derzeit in der deutschen Medienlandschaft beo-bachten: Die „Financial Times Deutschland“ eingestellt, die „Frankfurter Rundschau“ insolvent, die Nachrichtenagentur dapd ebenfalls. Zwar sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer ihrer wöchentlichen Video-Botschaften: „Ich halte die Printmedien für sehr wichtig.“ Ändern tut sich dadurch jedoch nichts. Was bedeutet die Medienkrise nun für die Kommunikationsbranche? Welche Auswirkungen hat sie auf die Arbeit der PR-Manager? Diese Fragen beantwortet Wendelin Hübner im Titel-Essay ab. Dass auch Kommunikationsverantwortliche nicht an der Diskussion um das eigene Budget vorbeikommen, darauf geht Christopher Storck in seinem Beitrag „Der Wert der Kommunikation“ ein. Der Professor für Kommunikationsmanagement und Strategie plädiert für die Messbarkeit von Kommunikationsarbeit.
Außerdem im Heft:
Hohe Einschaltquoten, Spekulationen im Vorfeld und ein großes Medienecho: Stefan Raabs Sendung "Absolute Mehrheit" spaltet die Nation. Dabei kann der Moderator besonders bei Jugendlichen punkten. Denn seine Show ist vor allem eins: PR für die Politik.
Das Auge gilt als das aufnahmefähigste Sinnesorgan des Menschen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Körpersprache zu überzeugen. Unser Gastautor Stefan Verra ist Experte für Körpersprache und analysiert für viele Medien Mimik, Gestik und Haltung von prominenten Persönlichkeiten. In seinem Beitrag erklärt er, warum Körpersprache eine große Rolle spielt, und wie man sie einsetzt.
19.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts gibt es in Deutschland. Rund 800 Stiftungen werden jährlich gegründet. So unterschiedlich wie Rechtsformen, Zwecke und Ziele ist auch ihre Kommunikation.